Montag, 15. August 2016

Dear Diary... [Update - Diagnose]

Ihr Lieben,
den letzten Post habe ich mit den Gedanken getippt, vielleicht nie wieder zu bloggen, wenn die Krankheitsdiagnose meines Vaters schlimm ausfallen sollte und leider habe ich auch heute keine guten Nachrichten, denn sie ist schlimm, noch viel, viel schlimmer als gedacht. So etwas Persönliches habe ich glaube ich noch nie auf meinem Blog angesprochen aber ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, zu merken, dass man mit sowas nicht alleine ist und möchte deswegen heute meine Gedanken mit euch teilen. 

Bei meinem Vater wurde am 5. August, nachdem er schon über eine Woche im Krankenhaus lag und auch die (erste) OP hinter sich hatte ein Glioblastom diagnostiziert - also ein sehr bösartiger Hirntumor - Krebs im Endstadium. Für mich brach nach dieser Nachricht die Welt zusammen, nachdem wir alle so erleichtert waren wie gut es ihm nach der Biopsie ging und uns die Ärzte sogar Hoffnungen gemacht hatten, dass es vielleicht doch "nur" eine Zyste sei. Wir konnten es gar nicht fassen, da er eigentlich so viel Glück hatte - bei dem Anfall war er nicht alleine und ist nicht gestürzt, es war direkt eine Krankenschwester vor Ort, wir wären beinahe nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gekommen zur OP und sie wurde durch einen Unfallnotfall verschoben, der dazwischen kam, sodass wir ihn vorher noch sehen konnten, die OP verlief gut - wir haben so gehofft. Ich kann euch heute nicht beschreiben, wie ich mich gefühlt habe, als die Ärztin anrief, um uns das mitzuteilen. Ich war so ruhig am Telefon, dass es mir selber schon unheimlich war, konnte nicht weinen... Die Ärzte können uns nicht sagen, wie lange er noch hat - es könnten mit Glück ein paar Jahre sein aber auch nur wenige Monate, wir wissen es nicht. Noch drückt der Tumor nicht auf das Gehirn aber gänzlich heilen kann man es auch nicht.. Jetzt bekommt er erstmal eine Chemo- & Strahlentheraphie und es geht ihm den Umständen entsprechend Gott sei Dank gut. Seine Freunde besuchen ihn fast täglich in ihrer Mittagspause, abends gehen Lukas und ich mit meinen Eltern lange spazieren :-) Nur die Angst ist inzwischen mein täglicher Begleiter geworden, die Angst nicht genug Zeit zu haben, vielleicht schon so bald Abschied nehmen zu müssen. Und gleichzeitig bin ich einfach so wütend - warum er? Warum wir? Man ist wohl nie bereit seine Eltern gehen zu lassen aber mit Anfang 20? Es ist einfach so unfair. Es gibt viele gute Momente, da sitzen wir einfach zusammen und ich vergesse kurz, dass nicht alles ist wie immer und es gibt schlechte Momente, wo ich mich am liebsten ins Bett verkriechen möchte und nie wieder rauskommen will. Aber es muss irgendwie weitergehen oder nicht? Meine Klausuren schreiben sich nicht von selbst, meine Mutter kann nicht einfach aufhören zu arbeiten..Wir versuchen natürlich die Zeit so gut es geht zusammen zu genießen aber es bricht mir das Herz zu wissen, dass es einfach nicht genug sein wird. Gerade weil es immer mein Traum war, dass mein Papa mich eines Tages zum Altar führt - ich hoffe so sehr, dass wir das schaffen.
Warum ich euch das alles erzähle? Jeder hat eine eigene Weise mit so etwas umzugehen, es gibt da kein richtig oder falsch. Aber ich persönlich habe gemerkt, dass es mir besser geht, wenn ich darüber rede, auch mit anderen, die ebenfalls betroffen sind - es gibt einem so Hoffnung zu hören, dass so viele es entgegen aller Prognosen schaffen gegen den Krebs zu kämpfen. Mir haben so unheimlich viele geschrieben - hier, auf Instagram, Kleiderkreisel, Snapchat, Facebook - all eure lieben Nachrichten taten unglaublich gut und ich danke euch von Herzen dafür. (Es geht auch mir ganz okay, ich bin froh, dass Lukas bei mir ist und mich pausenlos mit Eis, Disneyfilmen und Sonstigem versorgt!)
Ich möchte euch heute wissen lassen, dass es hier auf meinem Blog weitergeht - ich hätte es selbst nicht gedacht aber ich glaube genau das brauche ich - ein bisschen Alltag, ein bisschen Normalität, die Leidenschaft, die hier drinsteckt. Deswegen hoffe ich, dass wir uns beim nächsten Post wieder lesen, der dann bestimmt wieder ein wenig positiver ist!





Kommentare:

  1. Liebe Nhi, ich war sehr traurig, als ich neulich vo deinem Blog-Ende las.

    Ich kann deine Gefühle gerade so nachvollziehen.

    Lange habe ich überlegt, ob ich dir das schreiben soll, weil es sehr persönlich ist und mir so nahe geht. ich kenne deine Gefühle, am besten ist mir die Wut vertraut, die auch mich in Beschlag nahm, als meine Oma die Diagnose Demenz gestellt bekam. Ich war sauer, wirklich sauer, dass gerade meine Oma, die so viel für mich und meine Eltern getan hat, die sich für ihre Familie aufgeopfert hatte und selbt ihren Sohn mit gerade einmal 20 durch Asthma verloren hat, das gerade sie dieses Schicksal ereilt. Warum sie und nicht die ganzen schlechten Menschen auf der Welt, die es damals meiner Meinung nach viel mehr verdient hatten?

    Sie war noch lange bei uns, so lange wie wir garantieren konnten, dass es ihr gut ging, aber irgendwann ging das nicht mehr. Sie kam dann in eine spezielle Einrichtung, die auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz spezialisiert waren und die haben sort wirklich super Arbeit gemacht.
    Letztes Jahr ist meine Oma dann verstorben, die lebte noch viel länger, als ich Ärzte voraus gesagt hatten und ich bin dankbar für jede einzelne Sekunde.
    Und obwohl wir uns vorbereiten konnten, war es trotzdem unendlich schlimm für mich, als der Anruf meiner Mama kam. Ich habe rotz und Wasser geheult und die Beerdigung war wirklich so schlimm für mich. Aber wir haben in der Familie viel gesprochen und viel Unterstützung von Freunden bekommen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und lebe deine Wut und Trauer unbedingt aus, es ist wichtig, dass du dich so fühlst, denn das ist die ganz normale Verarbeitung von solchen Schicksalschlägen.

    Alles Liebe und Gute euch, haltet zusammen!

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    1. Liebe Nessie, erstmal finde ich es total berührend und toll, dass du mir davon erzählst, damit es mir besser geht - drück dich dafür! ♥ Demenz ist einfach so eine schlimme Diagnose, ich kann mir nur ansatzweise vorstellen wie schlimm das für dich & deine Familie gewesen sein muss. mein Opa hatte auch Demenz, ich habe ihn allerdings natürlich durch die Entfernung nicht so oft sehen können und war trotzdem total fertig, deswegen kann ich nur ahnen wie schwer es für euch gewesen sein muss, die deiner Omi so viel näher standet.
      Mir geht es genauso, ich frage mich oft warum, mein Papa ist wirklich ein herzensguter Mensch, das sage ich wirklich nicht nur so..da kann man es irgendwie noch weniger fassen.
      Es tut mir auf jeden Fall sehr leid um deinen Verlust :( ♥

      Danke du Liebe, das versuche ich auf jeden Fall, es zu verdrängen fühlt sich auch nicht richtig an..

      Ganz liebe Grüße an dich! ♥

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  2. Liebe Nhi,
    mein Vater hatte auch einen Gehirntumor im Endstadium. Die Ärzte meinten, er hätte nur noch etwa 3 Monate zu leben. Er hat dann eine Chemotherapie, Bestrahlung, etc. gemacht. Jetzt ist er seit mittlerweile 15 Jahren krebsfrei. Es gibt immer Hoffnung. Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute! ♥

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    1. Oh Jana, du weißt gar nicht wie warm mir ums Herz geworden ist bei deinem Kommentar! :) <3 Das ist so so schön zu hören, dass es noch Hoffnung gibt und ich freu mich unglaublich für deinen Papa, dass es ihm so gut geht! :) Ich drück ganz doll die Daumen, dass es weiter so bleibt und hoffe wir haben ebenfalls so viel Glück! Danke, dass du mir ein wenig Hoffnung (zurück)gegeben hast ♥ Danke du Liebe, das wünsche ich dir & deiner Familie ebenfalls! <3

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  3. Liebe Nhi,

    ich lese deinen Blog schon seit Jahren und habe bisher kaum kommentiert. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich war letzte Woche in Kiel und habe mir überlegt, was dich bewogen hat, deinen damiligen Post zu schreiben. Die Nachricht von der Krankheit deines Vaters hat mich völlig geschockt und ich bin im Moment immernoch sehr betroffen und traurig, obwohl ich weder dich noch deinen Vater jemals persönlich kennengelernt habe.
    Eigentlich will ich dir nur sagen, dass es Menschen gibt, die an dich und deine Familie denken und die euch alles nur erdenklich Gute und viel, viel Kraft für die Zukunft wünschen!

    Fühl dich unbekannterweise gedrückt und mit vielen guten Wünschen bedacht!
    Nadine <3

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    1. Liebe Nadine, erstmal finde ich es total süß, dass es dich mitnimmt, obwohl du ja direkt nicht betroffen bist :) ♥ Und dass du mir schreibst! Danke für deinen lieben Kommentar und deine Wünsche - es tut so gut von eigentlich fremden Menschen so viel Mitgefühl zu bekommen! Fühl dich zurück gedrückt & danke nochmal, du Liebe ♥

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  4. Oh Nhi :( ich wünsch dir und deiner Familie ganz viel Kraft und hoffe ihr genießt die Zeit mit deinem Daddy, macht das Beste daraus und wer weiß, vielleicht kann er den Krebs ja besiegen! Meine Oma und mein Opa sind leider beide an Krebs gestorben, meinen Opa habe ich nie kennengelertn, weil er schon tot war als ich geboren wurde, aber an meine Oma habe ich schöne Erinnerungen. Auch wenn es sehr hart war ihr "beim sterben zuzusehen"... und du hast Recht, jeder geht mit so einer Situation anders um, ich konnte zum Beispiel auf der Beerdigung auch gar nicht weinen und habe mich total gefühlslos gefühlt, aber nach einigen Wochen habe ich abends das Grab meiner Oma alleine besucht und mich bei ihr bedankt & auch geweint und auf meine Art von ihr Abschied genommen. Fühl dich gedrückt <3

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  5. Liebe Nhi,
    ich habe lange selbst nicht mehr gebloggt und deinen Blog auch lange nicht mehr gelesen. Ich habe eben von der Geschichte mit deinem Vater erfahren und ich wollte dir nur sagen, dass ich a dich und deiner Familie denke und dir viel Kraft schenke. Ich wünsche euch nur das Beste und hoffe, dass ihr trotzdem noch weitere schöne Stunden zusammen genießen könnt. Fühl dich von mir gedrückt. Ganz Liebe Grüße, auch an deine Familie

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  6. Ich wünsche euch alles Gute und vorallem viel Kraft! Gebt die Hoffnung niemals auf!

    Liebe Grüße,
    Liz

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  7. Liebe Nhi,

    Zuerst einmal DANKE. Danke für´s Weiterbloggen. Danke dass du auch über so etwas schreibst, auch wenn es mein Herz zerbrechen lässt, dass du überhaupt über so etwas schreiben musst. Aber ich glaube, es tut gut so etwas von der Seele zu schreiben.

    Ich glaube, ich kann einigermaßen nachempfinden wie du dich fühlen musst, auch wenn ich es immer anmaßend finde so etwas zu behaupten.

    Ich bin aufgewachsen mit einem "Pflegefall" (das Wort ist eklig, es klingt so abwertend) in der Familie. Meine Oma mütterlicherseits hatte in den frühen 70iger Jahren einen Gehirntumor, der einen Schlaganfall auslöste. Chemotherapie, Elektroschocktherapie, Logopädie - mein Opi hat alles getan für sie, alles was Ärzte ihm rieten. Der Schlaganfall hat leider dazu geführt, dass sie nicht mehr reden kann, ihr Sprachzentrum ist schwer geschädigt. Aber sie hat den Krebs überstanden. Mein Opa hat sein Leben lang jeden einzelnen Tag damit verbracht für sie zu sorgen und auch wir als Familie waren jeden Tag bei ihnen nebenan. Mein Opa ist dieses Jahr leider an Speiseröhrenkrebs gestorben, meine Mutter und ich haben ihn bis zu seinem Tod gepflegt. Ich habe meinen Opa immer dafür bewundert, wie er meine Oma große Teile seines Lebens gepflegt und umsorgt hat und mit welcher Liebe in den Augen er sie auch nach 60 Jahren Ehe noch angeschaut hat. Er hat immer gesagt, er ist dankbar für jeden Augenblick mit seiner Familie, mit ihr. Als er starb war es für ihn das Schlimmste meine Oma allein zurück zu lassen.

    Die Mutter meiner Halbschwester, die Frau meines Vater aus erster Ehe, ist an Krebs gestorben. Der Krebs kam immer wieder und hat eigentlich jeden Quadratzentimeter ihres Körpers befallen. Als sie nach langem Kampf starb war meine Halbschwester grade 18 Jahre alt, ich war 10. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass meine Halbschwester nicht noch immer jeden Tag den Verlust spürt. Sie hat diesen Sommer geheiratet, in ihrem Elternhaus, ganz nah dort, wo ihre Erinnerungen an ihre Mutter sind. Die Hochzeit war wunderschön, aber es tut trotz aller Bemühungen so weh, wenn ein Elternteil bei der Hochzeit fehlt.

    Bei meinem Vater traten im Sommer 2013 plötzlich Lähmungserscheinungen auf. Er wachte nachts auf, konnte seinen Beine nicht spüren. Es wurden viele Untersuchungen gemacht, es standen immer neue Verdachtsdiagnosen im Raum. Hirntumor war eine davon, alle waren schrecklich. Seit Anfang 2014 wissen wir, dass mein Papa MS hat. Niemand kann sagen, wie lang es ihm noch gut gehen wird, wie lang er ohne Rollstuhl auskommen wird, der nächste Schub kann jeden Moment kommen. Unser Leben hat sich verändert durch seine Krankheit. Er hat aufhören müssen zu arbeiten, er ist oft müde und muss sehr mit seinen Energien haushalten. Er hat lange damit gehadert chronisch krank zu sein. Mein Vater hat immer gerne gearbeitet, mit dem Kopf, den Händen, war aktiv und nie krank.

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    1. Du Liebe ♥,
      erstmal: nichts zu danken mensch, es hätte mir auch selber einfach viel zu sehr gefehlt! Und ich dachte, vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, der selber betroffen ist, wenn man merkt, dass man damit nicht alleine ist.

      Beim lesen deines Textes, sind mir tatsächlich ein paar Tränen runtergekullert - hat dir jemand schon mal gesagt wie schön du schreiben kannst? ♥
      Deine Verluste tun mir unendlich leid, ich kann mir nur vorstellen wie weh es tut/tat. Vor allem, weil du alles so nah miterlebt hast. ich bewundere deinen Opa so sehr dafür, dass er zusammen mit deiner Oma so lange gekämpft hat! Das ist wirklich wahre Liebe. ich denke so richtig kommt man nie über Verluste in der Familie klar, man lernt nur damit zu leben und dass es weitergeht. Umso mehr bewundere ich dich, dass du so stark bist und schon so viel ertragen musstest. Ich weiß nicht ob ich so stark sein kann und bis jetzt habe ich noch keinen Menschen verloren, bis auf meinen Opa. Allerdings wohnte der in Vietnam und bis zu seinem Tod hatte ich ihn nur dreimal gesehen, was es allerdings nicht einfacher machte.

      Ich drücke jetzt schon mal meine Daumen für deinen Papa, dass es ihm noch lange gut geht und viel Kraft für ihn und auch euch! Ich denke, wenn man etwas zum Kämpfen hat, dann treibt es einen auch an :)

      ja, du hast natürlich Recht. Nachdem der 1. Schock vorbei ist, geht es uns allen auch etwas besser und wir versuchen die zeit so gut es geht zu genießen. Das Leben ist leider nicht gerecht und so oft ich mir auch gewünscht habe, dass alles so ist wie früher, muss ich lernen damit umzugehen. ich finde es schön, dass du (dadurch) so familienverbunden bist, Familie (und Freunde) ist das Wichtigste und Wertvollste im Leben und das sollte man genießen, so lange es geht!

      Mein Papa möchte nur auf keinen Fall, dass ich mit der Uni pausiere und das verstehe ich, er möchte nur das Beste für mich, als sein einziges Kind und dass ich es mal besser habe als meine Eltern..Und den Wunsch möchte ich ihm natürlich erfüllen.
      Ich gratuliere dir & deinem Freund schon mal zur kommenden Hochzeit, den Spruch mit dem Dessert finde ich wahnsinnig schön! :) ♥

      Das werde ich du Liebe, ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen. ♥ Ich hab ihm schon gesagt, dass er noch nicht gehen darf, er muss mich schließlich noch zum Altar führen und auf Klein-Nhi/Klein-Lukas (oder beides? :D) aufpassen und sie aufwachsen sehen. Wer weiß, vielleicht haben wir Glück und er ist noch ganz, ganz lange bei uns - Wunder gibt es immer wieder und darauf setze ich jetzt.
      Danke, das tut unglaublich gut zu hören, nachdem mir so viele gesagt haben, ich muss jetzt stark sein und durchhalten. Vor ihm bin ich das auch aber an manchen Tagen kann ich auch nicht mehr und es geht mir auch mal schlecht. Aber zum Glück ist Lukas dann da.

      Du Liebe, ich möchte dir ganz doll danken für deinen unglaublich persönlichen, Kraft gebenden Worte! ♥ Ich wünsche auch deiner Familie weiterhin alles, alles Gute. Aber mit so jemand starken wie dir, meistert ihr sicher auch weiter alles! :) Und nein, ich habe mich wahnsinnig gefreut über deinen langen Kommentar, das gibt einem das Gefühl nicht so ganz alleine damit zu sein und ich finde es so schön, dass du dir die Zeit für mich, jemand eigentlich komplett Fremdes, genommen hast, das ist nicht selbstverständlich. Danke dafür.

      Fühl dich zurück gedrückt! ♥

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  8. Meine Familie hat mir folgendes beigebracht:
    Sei dankbar für jeden guten Tag, für jeden Augenblick und wertschätze ihn. Du weißt nie wie viel Zeit dir mit den Menschen die du liebst noch gegeben ist. Das Leben ist nicht gerecht, es trifft gute und schlechte Menschen gleichermaßen. Man darf mit seinem Schicksal hadern, Tage haben an denen man sich selber leid tut und sich wünscht, dass alles anders ist, aber man sollte sich bewusst sein, wie kostbar die Zeit ist, die wir haben. Ich versuche so selten traurig zu sein wie möglich. Dafür mache ich jeden Tag etwas mit meiner Familie, wir essen gemeinsam, nach der Arbeit/Uni besuche ich meine Omi im Heim, wir unternehmen jedes Wochenende Dinge, und sei es nur ein Spaziergang an der Elbe. Ich bemühe mich in meinem Vater mehr zu sehen als einen chronisch kranken Menschen, vor dessen Ableben ich unfassbare Angst habe. Es ist nur ein Teil von dem, was ihn ausmacht. Und all die anderen guten und schlechten Seiten die er hat, die versuch ich zu genießen, an die will ich mich mal erinnern. Uns bleibt im Leben nichts als die uns gegeben Zeit miteinander zu nutzen, so eine Krankheit bringt einem diese Lektion sehr schmerzhaft bei.

    Was ich versuche dir zu sagen ist, dein Vater ist da. Du hast jetzt die Möglichkeit Zeit mit ihm zu verbringen. Die Uni kann warten, studieren kann man immer. Ich habe mir zur Palliativpflege meines Opas ein Jahr Auszeit genommen, Sterbebegleitung und Studium passt einfach nicht unter einen Hut. Und jetzt studiere ich weiter, aber ich wähle meinen Module so, dass ich Zeit habe für meine Familie. Nächsten Sommer heirate ich meinen Freund standesamtlich. Wir sind seit über 5 Jahren ein Paar. Mein Vater wird mich zum Altar führen, auf den Bildern drauf sein. Wir können in einigen Jahren immer noch kirchlich Heiraten, wenn das Geld da ist, vielleicht schon Kinder auf dem Weg sind. Aber mein Vater wird mich zum Altar führen, mit mir tanzen, mich meinem Freund übergeben. Das ist mir wichtig und deshalb warte ich damit nicht bis sonst wann, das Dessert isst man zuerst.

    Und unterschätze bitte nicht, wie viel Kraft dir so eine Krankheit in der Familie raubt. Pass auf dich auf, genieß deine Zeit mit deinen Eltern und versuche nicht daran zu denken, dass es das letzte mal sein könnte. Dein Vater hat allen Grund zu kämpfen, erhält emotional jede Unterstützung von euch und er ist noch jung. Nutze die Zeit mit ihm. Lass dir dein liebsten Buch aus Kindertagen vorlesen, ihn aus seinem Leben erzählen, frag ihn nach seinen liebsten Erinnerungen aus der Zeit in der du ein Kind warst und mach Pläne mit ihm, darüber was ihr noch zusammen erleben wollt, bei welchen Ereignissen er nicht fehlen darf und wie er dir und Lukas später alle zwei Wochen die Kinder abnehmen muss damit ihr mal einen Abend für euch habt. Lass deine Gefühle raus, egal ob Wut, Trauer oder Fröhlichkeit. Erlaube dir glückliche Stunden zu haben, zu vergessen was es schlimmes gibt. Es gibt kein richtig oder falsch im Umgang mit sowas, du meisterst das auf deine Weise.

    Liebe Nhi, ich wünsche euch Kraft. Ich wünsche euch gute Tage zusammen. Ich wünsche dir, dass du nie die Hoffnung verlierst.
    Ich drücke euch alle Daumen, ich hab so viel an dich gedacht.
    Und entschuldige den halben Roman.
    Fühl dich umarmt.

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  9. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, man darf die Hoffnung nie aufgeben!.

    LG
    July

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  10. Liebe Nhi,

    ich kommentiere normalerweise sehr selten auf Blogs, aber nun kann ich gerade nicht anders als dir zu schreiben, dass ich dir und deiner Familie alle Kraft und alles Glück der Welt wünsche.

    Meine Tante hat ebenfalls Krebs im Endstadium und auch bei meinem Papa wurde Ende letzten Jahres Krebs festgestellt. Meiner Tante haben sie vor einem Jahr noch 3 Monate zu leben gegeben - heute ist sie immer noch bei uns. Ich will damit sagen: Ihr dürft die Hoffnung nicht aufgeben, dass ihr noch viele schöne Momente miteinander verbringen werdet, hoffentlich sogar mehr als ihr zwischendurch denkt. Mir ist bewusst, dass meiner Tante einige Jahre ihres Lebens "geraubt" wurden und dass sie nicht mehr gesund werden wird, aber es ist erstaunlich, wie sehr sich doch nach einiger Zeit ein gewisser Alltag wieder einstellt... Irgendwie wird alles anders und die eigene Welt dreht sich um 180° und doch bleibt alles irgendwo gleich. Ich wünsche euch, dass auch ihr eine gute Balance findet zwischen dem Gefühl, noch möglichst viel miteinander machen zu müssen und dem alltäglichen Leben, wo die Krankheit in den Hintergrund rutscht. Auch ich habe gute und schlechte Tage und weiß mal mehr und mal weniger gut mit allem umzugehen, aber auch da wirst du hoffentlich eine Mitte finden. Ich bin froh, dass du einen tollen Partner an deiner Seite hast, der dir beisteht!

    Alles Liebe, fühl dich gedrückt,
    Anika


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    1. Hey liebe Anika ♥ erstmal wollte ich mich entschuldigen, dass ich dir erst jetzt antworte aber die letzten tage hatte ich ein kleines Tief und habe mich einfach nicht danach gefühlt, ich hoffe du verstehst das :) Und danke, dass du mir schreibst, wo du doch normalerweise selten kommentierst, das freut mich sehr! :) ♥
      Und ich möchte sagen, dass es mir auch für dich leid tut und ich dir & deiner Familie viel Kraft & Alles Gute wünsche, Krebs ist einfach so unfair. Es ist sicher sehr schwer für dich und das tut mir weh, dass so viele damit klar kommen müssen..
      Aber ich freue mich auch, dass Ärzte so daneben mit ihrer Diagnose liegen können, sodass einem viel mehr Zeit bleibt als man gedacht hat! Das ist das einzige worauf ich hoffe - dass es entgegen aller schlechten Prognosen anders läuft. Du sprichst mir wirklich aus der Seele, der Spagat zwischen normalem Alltag mit Uni, Freunden, Klausurenstress und so weiter und der Diagnose meines Vaters ist hart, mehr als hart. Aber du hast auch recht, dass man mit der Zeit die Balance findet und dass mein Freund immer für mich da ist, macht alles deutlich erträglicher.
      Fühl dich bitte ganz doll gedrückt, danke dass du mir etwas Hoffnung dagelassen hast. ♥ Ich wünsche dir alles Gute, du Liebe!

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  11. Ich kann dir nur zustimmen, dass wenn man darüber redet, einem viel besser geht! Ich drücke dir und deine Familie ganz fest die Daumen und wünsche euch alles Gute!

    Viele liebe Grüße, Nathalie ♥
    http://passionineverything.blogspot.co.at

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  12. Um Gotteswillen, ich fühle sooooo so mit dir und wünsche deinem Vater, dir und deiner Familie alles erdenklich Gute! <3 Die richtigen Worte für so etwas zu finden, ist immer schwierig aber ich drücke deinem Vater die Daumen! Liebe Grüße, Leonie von http://eyeofthelion.de

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